Enorme Preisunterschiede von bis zu 471 % bei Kfz-Versicherungen

Das unabhängige Institut für Versicherungswirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin führte im Auftrag der Direct Line Versicherung AG eine bislang einzigartige Untersuchung durch. Zum Zeitpunkt des aktuellen Angebotswettbewerbs zur diesjährigen Wechselsaison wurden dabei erstmals deutschlandweit Angebote für zehn verschiedene Musterkunden verglichen. Der Unterschied zwischen dem jeweils teuersten und günstigsten Angebot liegt durchschnittlich bei 1.357 Euro, wobei es Unterschiede zwischen den einzelnen Musterkunden und Regionen gibt. In Berlin bestehen dabei die größten Preisunterschiede, in Melle dagegen die geringsten.

Die aktuelle “Marktstudie zur Preissituation im deutschen Kfz-Versicherungsmarkt” wirft ein Schlaglicht auf das Sparpotenzial, welches für einen relevanten Teil der Bevölkerung Gültigkeit hat. “Ziel der Studie war es, möglichst flächendeckend zu überprüfen, wie groß die Preisunterschiede zwischen den Versicherungstarifen wirklich sind”, erklärt Prof. Dr. Thomas Köhne, Fachleiter Versicherung an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und Autor der Studie. “Grundlage für die Erhebung sind 37.150 Tarifkalkulationen, zehn Musterkunden und 20 Regionen in Deutschland. Die Ergebnisse der Untersuchung können also als Richtlinie für viele Versicherte herangezogen werden.” Die Berechnung der Tarife erfolgte mittels des NAFIKalkulators, einem unabhängigen Analyse-Tool zur Ermittlung von Kfz-Versicherungstarifen. Dies garantiert die Objektivität der Studie.

Die Tariflandschaft im deutschen Kfz-Versicherungsmarkt ist sehr vielfältig. Es existiert eine Vielzahl an Tarifen, deren Kalkulation zudem auf unterschiedlich vielen Kundenmerkmalen beruht. “Für den Verbraucher ist es mit Aufwand verbunden, einen geeigneten und vor allem günstigen Versicherungstarif zu finden. Hier mangelt es an Transparenz. Daher haben wir uns entschlossen, die kompletten Ergebnisse der Markstudie offen zu legen”, sagt Uwe Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Direct Line Versicherung AG. “Gerade in der Hochphase der Wechselsaison, wenige Tage vor dem Kündigungstichtag am 30. November, haben sich erfahrungsgemäß viele Verbraucher noch nicht entschieden und sind unsicher. Mit der Studie möchten wir zur Transparenz beitragen”, so Schumacher weiter.

Ergebnisse

Einsparpotenziale existieren sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen. Für die gleichen Musterkunden sind die Prämien in der Stadt aber im Allgemeinen teurer als auf dem Land. Das größte Sparpotenzial gibt es in Berlin, hier liegen die Unterschiede zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot durchschnittlich bei 1.672 Euro. Im ländlichen Melle dagegen besteht die schlechteste Chance, Geld zu sparen; hier sind es maximal nur 1.124 Euro*.

Über alle untersuchten Musterkunden und Regionen (insgesamt 200 Testfälle) hinweg beträgt der durchschnittliche Preisunterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter 1.357 Euro, wobei es Unterschiede zwischen den einzelnen Musterkunden und Regionen gibt. Im schlechtesten Fall beträgt der ermittelte Preisunterschied 471 Prozent zwischen dem teuersten und dem günstigsten Anbieter. Der minimale Preisunterschied liegt bei 170 Prozent zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot.

Da die Versicherungstarife sich stark in den Leistungen unterscheiden, wurden die Preisunterschiede zudem für zwei Gruppen von Produktangeboten differenziert betrachtet: Die erste Gruppe umfasst Tarife mit ehergeringem Deckungsumfang, die im Durchschnitt daher auch günstiger sind; die zweite Gruppe beinhaltet Tarife mit größerem Deckungsumfang, d.h. solche, bei denen die eingegebenen Kundenanforderungen zu über 80 Prozent erfüllt werden. An den grundsätzlichen Erkenntnissen hat dies jedoch wenig verändert. Bei den Tarifen mit geringerem Deckungsumfang beträgt die geringste Spannbreite immer noch 362 Euro und der geringste Preisunterschied 93 Prozent, d.h. das teuerste Angebot ist auch hier fast doppelt so teuer wie das günstigste. Durchschnittlich liegen selbst bei diesen Tarifen die günstigsten und teuersten Angebote um 679 Euro auseinander. Bei den Tarifen mit umfangreicherem Deckungsumfang ist im günstigsten Musterfall ein Preisunterschied von 675 Euro zu beobachten, im ungünstigsten Fall sogar von 2.599 Euro. Der höchste berechnete Preisunterschied zwischen einem Kunden angebotenen Tarifen beträgt hier 444 Prozent. Durchschnittlich liegen bei diesen leistungsstärkeren Tarifen die günstigsten und teuersten Angebote um 1.198 Euro auseinander; hier lohnt es sich also durchaus, einen Preisvergleich anzustellen.

Die Reihenfolge unter den Versicherern ist von Musterkunde zu Musterkunde und je nach Region durchaus unterschiedlich. Es sind nicht immer die gleichen Versicherer unter den Top Ten. Unter diesen finden sich jedoch verstärkt Direkt- und Internetversicherer sowie Versicherer mit Geschäftsstellen.

Fazit

In der Kfz-Versicherung bestehen grundsätzlich große Preisunterschiede zwischen den Angeboten der verschiedenen Versicherer: Das lässt sich zwar teils auf unterschiedliche Leistungsumfänge der Angebote und teils auf verschiedene Risikobewertungen der Versicherer zurückführen, teils jedoch auch schlichtweg auf eine differente Preispolitik und die gegenwärtige Wettbewerbssituation. In jedem Fall sollten die großen Preisunterschiede den Kunden dazu veranlassen, zu prüfen, ob er für sein individuelles Risiko in seiner Region und den von ihm gewünschten Leistungsumfang die adäquate Prämie bezahlt. Um sich über den günstigsten Tarif zu informieren, gibt es viele Wege. Eine Möglichkeit sind Online-Vergleichsportale, die Angebote verschiedener Versicherungen prüfen. Allerdings ist auch hier Achtsamkeit geboten: Sie sind nicht immer unabhängig und/oder bieten oftmals nicht die Tarife aller Versicherungen und somit nicht unbedingt das preiswerteste Angebot an. Diesbezüglich unbedenklich ist bspw. das kostenlose Berechnungstool NAFI – es ist unabhängig und unkompliziert in der Handhabung.

 

Quelle: // Direct Line Versicherung AG (2011)

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